1. Was ist Angst?

Wenn Du die Augen schließt und Dir kurz überlegst, was Du am liebsten tun würdest, wenn Du vor etwas Angst hast, dann weißt Du sofort, welchen Zweck Angst hat.

Alle Säugetiere haben Angst.

Angst ist ein Gefühl wie Freude oder Trauer. Ein Gefühl besteht aus körperlichen Reaktionen und Gedanken, die den Anlass des Gefühls betreffen. Bei Angst schüttet der Körper Stoffe aus, die den Körper auf eine Flucht vorbereiten, so dass er schnell weglaufen kann: Das Blut wird in die Muskeln gepumpt. Dazu wird es dem Magen entzogen (Schmetterlinge im Bauch). Auch das Gehirn bekommt weniger (das Denken fällt schwerer). Der Puls steigt (Schwitzen, rotes Gesicht!).

Ist Angst sinnvoll?

In bestimmten Situationen ist Angst sinnvoll. Tiere laufen weg, wenn sie befürchten müssen, daß sie gefressen oder besiegt werden: Kleiner Hund trifft großen Hund. Kleiner Hund bellt laut, großer Hund bellt lauter. - Kleiner Hund läuft weg.

Auch für Menschen ist es manchmal sinnvoll wegzulaufen: Briefträger trifft den großen Hund, der sauer ist, weil ihm der kleine Hund entwischt ist. Sicherheitshalber läuft der Briefträger auch weg. Es ist besser für ihn.

Neu bei Matsch Donald: Briefträgerwochen

Wann ist Angst nicht sinnvoll?

Wenn Weglaufen nichts nützt, bringt auch die Angst nichts, denn wie wir gelernt haben, dient die Angst dazu, den Körper für das Weglaufen vorzubereiten.Oft haben Menschen vor Dingen Angst, vor denen sie nicht weglaufen können oder sollten: Wer am Morgen Bauchweh bekommt, wenn er an die Schule denkt, und deswegen zuhause bleibt, läuft eigentlich weg. Dadurch wird das Problem "Schule" aber nicht kleiner. Im Gegenteil: die Stofflücken werden größer und damit die Angst zu versagen.

Was tue ich, wenn ich nicht weglaufen kann?

Wenn weglaufen nichts nützt (meistens der Fall), hilft nur noch, sich der Angst zu stellen: Ich muss das tun, was mir Angst macht, die Angst über winden. Oft hilft die Erfahrung, dass die erwarteten negativen Folgen ausbleiben oder gar nicht so schlimm sind. Du kennst das sicher vom Fahrradfahren: Am Anfang hat man Angst herunterzufallen, dann fällt man herunter und siehe da: es ist gar nicht so schlimm. Schließlich fällt man nicht mehr herunter. Ähnliches gilt für den ersten Sprung ins Wasser, für den ersten Zahnarztbesuch etc.

 

Wie ist das bei der Prüfungsangst?

Angst vor Klassenarbeiten ist nicht sehr sinnvoll. Ein bisschen Angst kann die Anstrengung verbessern, aber zuviel Angst führt zu Blutleere im Kopf und zu dem Bedürfnis wegzulaufen. Weglaufen nützt aber nichts.

Was tun?

Wenn der Körper weglaufen will, der Kopf aber sagt, dass das sinnlos ist, muss ich den Körper von meiner Meinung überzeugen. Stell dir vor, Du stehst mit dem Auto vor einer roten Ampel:

 

Angst ist wie das Gasgeben vor einer roten Ampel. Du musst das Gas wegnehmen. Das heißt, Du musst den Körper beruhigen.

Das geht mit Entspannung.

 


Fassen wir noch einmal zusammen:

Wozu braucht man Angst?

 

Auslöser

Gefahr für Leben und Gesundheit

die (vermutete) Meinung der anderen über einen selbst (Freunde, Mitschüler...)

Lampenfieber

Prüfungsangst

 

Körperliche Reaktionen

steigender Blutdruck

Schwitzen

Herzklopfen

rote Ohren

Bauchweh

Stuhlgang

blackout (wenn einem das nicht mehr einfällt, was man gelernt hat)

Flucht

Weglaufen

krank werden

Schule schwänzen

nicht lernen

 

Ob Du Deine Angst überwindest, oder ob Du die Flucht ergreifst, hängt auch davon ab, wie das Verhältnis zwischen der Wichtigkeit Deines Zieles und der Größe Deiner Angst ist:

 

Du traust Dich nicht und

erreichst Dein Ziel nicht

 

Du überwindest Deine Angst und

erreichst Dein Ziel

Suche Beispiele, wo Du Deine Angst überwunden hast,

weil Dir das Ziel wichtig genug war.

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