4. Prüfungsvorbereitungen

Erinnerst Du Dich, aus welchen Gründen Thomas nicht gelernt hat?

Wenn Du Dir die Gründe genauer ansiehst, wirst Du feststellen, dass ihm offenbar die Zeit fehlte. Vor lauter Freizeitaktivitäten kam er nicht mehr zum Lernen. Hat er wirklich keine Zeit, oder hat er sich die Zeit nicht richtig eingeteilt? Vielleicht war ihm ja auch der Gedanke ans Lernen unangenehm, weil er dann seine Angst zu versagen ge-spürt hat. So hat er sich mit anderen Dingen beschäftigt, um sich nicht mit seiner Angst beschäftigen zu müssen. Du hast ja am Anfang gelernt, dass es verschiedene Fluchtmöglichkeiten gibt. Eine davon ist es, einfach nicht zu lernen. Wer sich nicht hinsetzt, um zu lernen, muss sich auch nicht mit seiner Angst auseinandersetzen.

Wer aber nicht lernt, kann auch nicht erfolgreich in Klassenarbeiten sein. In diesem Fall ist es natürlich berechtigt zu befürchten, dass man versagt. Das vollständige Schema muss also dann so aussehen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das nennt man einen Teufelskreis, weil ein Glied zum anderen führt.

 

Du hast schon verschiedene Möglichkeiten gelernt, den Teufelskreis zu unterbrechen. Was noch fehlt, ist die Prüfungsvorbereitung, also die spezielle Vorbereitung auf Klassenarbeiten.

1. Langfristige Maßnahmen

 


Auf den letzten Seiten wurde öfters der Begriff "Lernkartei" verwendet. Falls du noch nicht weißt, was das ist und wie damit gelernt wird, kannst du dich hier informieren:

www.aol-verlag.de

So, jetzt habe ich aber alles zusammen, was ich brauche, um meine Prüfungsangst zu besiegen, oder?

 

 

 

 

 

Noch nicht ganz, aber bald

Einige Seiten weiter vorne haben wir gesagt, dass du einen Plan machen sollst, um gut vorbereitet in die Arbeit zu gehen. Erinnerst du dich? Wer nicht lernt, kann natürlich keine guten Noten schreiben, selbst dann nicht, wenn er keine Angst hat.

Das Ziel bei der Vorbereitung auf eine Klassenarbeit ist nicht in erster Linie, dass du gute Noten schreibst, sondern dass du dir sagen kannst: "Ich habe meine Zeit genutzt und alles getan, was ich tun kann. Ich kann mit mir zufrieden sein."

Eine wichtige Hilfe dabei ist der Plan.

Das Gedächtnis kann nur eine bestimmte Zeit lang Neues aufnehmen. Nach zwei Stunden fällt die Leistung ab.

Auch wenn du weiter lernst, es bleibt nicht mehr im Gedächtnis gespeichert. Deshalb hat es keinen Sinn, alles am letzten Tag lernen zu wollen. Besser ist es, jeden Tag eine kleinere Portion zu lernen.

Damit du den Stoff bis zum Termin schaffst, musst du dir einen Lernplan machen.

Der beginnt mit einer Bestandsaufnahme:

Welche Anforderungen werden gestellt (Thema, Stoff, Seiten im Buch, im Heft ..)?

Frage den Lehrer/ die Lehrerin

Welche dieser Anforderungen beherrsche ich vollständig?

Teste dich

Welche dieser Anforderungen beherrsche ich nur teilweise

Welche dieser Anforderungen beherrsche ich überhaupt nicht?

sei ehrlich

Ergebnis: Lernsoll = der Stoff, der gelernt/wiederholt werden soll

Zeitplanung: Jetzt geht es daran, das Lernsoll auf die restliche Zeit zu verteilen.

Achtung! Am letzten Tag nur wiederholen!

1. Schritt: Schätzung der benötigten Zeit;

Ich werde voraussichtlich brauchen:_________________Stunden/Minuten

2. Schritt: Wieviel Zeit bleibt zum Lernen?

Schreibe auf, welche festen Termine du in der Woche hast, wie viel Zeit fürs Essen etc. jeden Tag benötigt wird und wie viel Zeit du für die Freizeit einplanst (nicht zu wenig, nicht zu viel: realistisch).

3. Schritt: Verteilung der Lernzeit

Die restliche Zeit kannst du fürs Lernen einplanen. Denke auch daran, dass du Pausen brauchst, damit dein Gehirn wieder aufnahmefähig wird.

Schreibe dir nun für jeden Wochentag auf, wie viel Zeit du fürs Lernen aufwenden willst. Sonntag ist Ruhetag. Am Samstag solltest du ein bis zwei Stunden fürs Lernen einplanen. Am letzten Tag vor der Arbeit nur wiederholen.

Wie viel Zeit bleibt mir am Tag zum Lernen?

Montag:____________ Dienstag:_____________ Mittwoch:____________

Donnerstag:_________Freitag:_______________Samstag:____________

Übertrage das Ergebnis in deinen Stundenplan, setze dir täglich feste Zeiten, in der du lernen willst. Setze auch Ersatztermine fest, falls überraschend ein Termin anderweitig belegt wird. Trage diese Stunden wie Schulstunden in deinem Stundenplan ein.

Jetzt musst du dich nur noch jeden Tag an deinen Plan halten. Wenn du am Ende sagen kannst, dass du deinen Plan eingehalten hast, kannst du mit dir zufrieden sein, egal, welche Note am Ende herauskommt.

Herzlichen Glückwunsch

Ein letzter Tipp noch:

Fachleute für Schule sind die Lehrer. Suche dir einen Lehrer/ eine Lehrerin als persönlichen Lernberater.

Wähle dazu den/die sympathischsten.